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27. 09. 2021 Einführung der internationalen Klassifizierung
Rund eineinhalb Jahre nach Beginn der weltweiten Corona-Pandemie haben sich nun erstmalig wieder Teams aus ganz Deutschland getroffen. An verschiedenen Standorten, unter anderem in Thüngersheim bei Würzburg, fanden Klassifizierungsspiele statt, um die internationale Klassifizierung nun auch in Deutschland einzuführen.

Aufgrund der gesundheitlichen Gefährdung durch das Corona-Virus und den daraus begründeten Einschränkungen des öffentlichen Lebens, stand die PCH-Welt seit Frühjahr 2020 größtenteils still. Der Spielbetrieb der Deutschen Bundesligen ist aktuell noch ausgesetzt. Auch die Europameisterschaft 2020 wurde ersatzlos abgesagt. Die Ballbusters konnten jeweils nur im Spätsommer einige Male trainieren.

Umso größer war die Freude über die Klassifizierungsspiele, die in den vergangenen Wochen reibungslos und ohne gesundheitliche Auswirkungen durchgeführt wurden. Zweck der Veranstaltungen war die Ablösung der Deutschen durch die internationale Klassifizierung. Letztere wurde vor rund acht Jahren entwickelt und wird seitdem auch international teilweise angewandt. Nun soll sie auf Beschluss des Fachbereichs Elektrorollstuhlsport auch in Deutschland eingeführt werden. Vorteil ist dass dadurch eine nahtlose Schnittstelle zum internationalen Spielbetrieb entsteht und alle Trainerinnen und Trainer sowie alle Spielerinnen und Spieler eine verlässliche Einschätzung über ihre auch auf internationaler Ebene gültigen KP haben.

Das bisher in Deutschland gültige Klassifizierungssystem wurde vor rund 20 Jahren federführend von Manuela Rahlf entwickelt und war eines der ersten in der PCH-Welt. "Die Klassifizierung, die wir in den Bundesligen seit Langem nutzen, war ein großer Beitrag zur Fortentwicklung des E-Hockeys. Sie hat sich rundum bewährt, ist sehr differenziert und ausgewogen, aber nicht zu kompliziert. Dadurch wurde der Spielbetrieb fair und gerecht. Spielerinnen und Spieler mit ganz verschiedenartigen Behinderungsgraden waren gleichermaßen wichtig für eine gute Mannschaft. Die Klassifizierung gewährleistet, dass niemand wegen seiner stärkeren Behinderung benachteiligt wird. Somit steht der Sport vielen Menschen offen. Ein weiterer Vorteil war die unkomplizierte Umsetzung in der Praxis, da kein medizinisches Fachpersonal zur Klassifizierung notwendig ist. Durch die verpflichtenden und regelmäßig durchgeführten Spielbeobachtungen kam es nur zu sehr wenigen Fehlklassifizierungen und Protesten. Auch fortschreitenden Behinderungen konnte durch schnelle Anpassung der KP Rechnung getragen werden. Durch die niedrige maximal erlaube Gesamt-KP einer Mannschaft war sichergestellt, dass auch viele körperlich stärker eingeschränkte Team-Mitglieder viel Einsatzzeit bekamen. Es wird sich zeigen, ob sich die neue internationale Klassifizierung ebenfalls bewähren kann und zu Teams gleichen körperlichen Voraussetzungen führt." so Ballbusters-Klassifizierer Christoph Wendel über die Vor- und Nachteile der Klassifizierungssysteme.


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